
KI ist in der Bodenseeregion zum Wettbewerbs- und Standortfaktor geworden: KMU, Industrie und Verwaltungen setzen sie ein, um produktiver und zukunftsfähiger zu werden. Doch die Unsicherheit, wie sich KI rechtskonform (Compliance), organisatorisch verantwortbar (Governance) und technisch tragfähig einsetzen lässt, bremst Investitionen und gefährdet Vertrauen. Wer KI ohne diese Orientierung einführt, riskiert Fehlinvestitionen, Haftung und Akzeptanzverlust — wer sie souverän beherrscht, sichert Wertschöpfung, Arbeitsplätze und nachhaltige Entwicklung in der Region.
LAGO bündelt drei sonst getrennte Perspektiven, Compliance, Governance und Technik, zu einer gemeinsamen KI-Governance. In gemischten Gruppen aus Wirtschaft und Verwaltung, aus EU und Schweiz, bearbeiten die Teilnehmenden iterativ fünf reale Praxisfälle: Frameworks und konkrete Fälle werden wechselseitig aufeinander bezogen. Kernkompetenz ist das Übersetzen abstrakter Vorgaben in den eigenen Organisationskontext und den jeweiligen nationalen bzw. EU-Rahmen.
Zielgruppe sind Fach- und Führungskräfte aus Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung in allen vier Ländern, die über Auswahl, Einsatz und Anwendung von KI entscheiden. Sie werden befähigt, Brücken zwischen strategischer Entscheidung und operativer Umsetzung zu bauen, KI-Entscheidungen einzuordnen, zu übersetzen und zu verantworten. Über zwei Kursdurchläufe werden 40–50 Personen qualifiziert, die als Multiplikator*innen in ihren Organisationen und in einem regionalen Netzwerk weiterwirken.
Drei Hochschulen aus zwei Ländern bündeln drei Disziplinen: die ZHAW School of Management and Law hat die Projektleitung inne und fokussiert Recht und Compliance. Die HTWG Konstanz mit dem Institut für Corporate Governance (KICG) steuert ihre Expertise im Bereich Governance und Ethik bei. Die Hochschule Furtwangen schließlich übernimmt die Perspektive auf Technik und Anwendung.
Weitere externe Partner ergänzen das Portfolio um Didaktik und Politik (Universität Potsdam), Compliance-Praxis (Compliance Solutions GmbH) und Governance/Kommunikation-Praxis (FGS Global). Hinzu kommen weitere Praxispartner*innen aus Wirtschaft und Verwaltung, die reale Fälle einbringen.
Erst diese Kombination aus Recht, Governance und Technik; Wirtschaft und Verwaltung; EU und Schweiz macht KI-Governance als Aushandlung überhaupt lehrbar, denn einzeln bliebe jede Perspektive Stückwerk und unvollständig.